Padel – unverwechselbar, oder doch?

Padel – unverwechselbar, oder doch?

Als Sportart hat sich Padel nun in einigen Ländern beeindruckend etabliert. Als spektakuläres Massenphänomen wie in Spanien und Argentinien oder als aufstrebender Trendsport wie in Portugal, Frankreich oder den Niederlanden.

Hierzulande ernten wir in den meisten Gesprächen leider noch Achselzucken, wenn es um Padel geht. Entweder der Gegenüber vermutet wildes Rudern auf einem Seitenarm des Rheins oder es wird etwas für Padel gehalten, was es bestenfalls fast ist.

Pelota – der typisch baskische Rückschlagsport, auf dem Foto mit der hier und dort bekannten „Spitzkorbvariante“

Erwähnt man zum Beispiel den spanischen Hintergrund der Sportart, fühlen sich viele auf der richtigen Fährte und schmunzeln, dass doch der Sport mit den lustigen Piratenarmen tatsächlich ganz witzig aussähe. Hierbei handelt es sich aber um das baskische Pelota, welches mit der Hand, einem Handschuh oder eben dem „Piratenarm“, dem länglichen Korb gespielt wird.

Oder aber man hat es mit jenen zu tun, die vermuten in den USA schon mal Padel gesehen zu haben, an einer Strandpromenade. Ein guter Anlass, den Padel-Knoten ein wenig aufzulösen.

Es gibt natürlich diverse tennisaffine Rückschlagsportarten. Vorzugsweise werden mit Padel aber Platform-Tennis und Paddle-Tennis verwechselt.

Die Unterschiede sind aber ebenso markant wie einflussreich auf das jeweilige Spiel und seine Vorzüge. Der gravierendste Unterschied liegt in dem die Spielfläche umgebenden Zaun und seiner Eingebundenheit.

Paddle-Tennis

Beim Paddle-Tennis gibt es einen Zaun, der mit einem Abstand von 3-4 Metern zur Spielfläche angebracht, aber nicht in das Spiel integriert ist. Somit ähnelt Paddle-Tennis dem traditionellen Tennis, wird aber ähnlich wie im Padel mit einem Holz- oder Kunststoff-Paddle, druckverminderten Bällen und Unterhandaufschlag gespielt.

Platform-Tennis

Der Zaun beim Platform-Tennis ist ebenfalls mit Abstand zum Spielfeld angebracht, wird aber wie im Padel eingebunden, es entsteht also das typische Wandspiel. Auch im Platform-Tennis wird mit Paddles gespielt, erlaubt ist hier aber der Überkopf-Service. Platform-Tennis entstand in den 20er Jahren aus einem Mix aus Platzmangel, Wunsch nach winterfestem Rückschlagsport und der Tradition des „Deck Tennis“ der großen Kreuzfahrtschiffe.

Beide Sportarten sind fast ausschließlich in den USA zu finden, nur eine Handvoll Plätze gibt es außerhalb. Tatsächlich existiert in Deutschland sogar ein Court. Beim württembergischen TC Gäulfelden wird seit einigen Jahren Platform-Tennis angeboten.

Die Existenz der vielen unterschiedlichen Tennis-Varianten beweist einmal mehr den großen Reiz von Racketsport auch heute noch. Sicher dürfte Padel von den genannten Ausprägungen jene mit dem größten Potenzial sein, wie aktuell die rasante weltweite Entwicklung unterstreicht.

Umso wichtiger ist es also zu wissen, was sich eigentlich genau hinter dem Megasport aus Spanien verbirgt. Daher am besten gleich noch hier als Anschauungsbeispiel das Fundstück der Woche: Puntazo de Willy Lahoz